Vortrag: „Es war eben so willkürlich“– Antisemitismus als Herrschaftsverhältnis in der DDR

Freitag 18.11.2011, 20 Uhr Im: Krachtz- Linker Infoladen am Nieberding 8, MS

Mit dem AK „Stalin hat uns das Herz gebrochen“ der Naturfreundejugend Berlin

Voller Enthusiasmus remigrierten jüdische Kommunist_innen nach dem Sieg über Nazi-Deutschland in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), um sich am Aufbau des Sozialismus zu beteiligen. Mit dem antifaschistischen und antikapitalistischen Selbstverständnis des jungen Staates galt es, das notwendig falsche Bewusstsein der Bevölkerungsmehrheit, die sich noch wenige Jahre zuvor für Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismus begeistert hatte, zu überwinden. Doch die Bindung der SED an Stalin führte schnell zur bitteren Enttäuschung. Im Zuge der stalinistischen „Säuberungen“ Anfang der 1950er Jahre wurden in den in Osteuropa stattfindenden Schauprozessen antisemitische Ressentiments mobilisiert. Auch in der DDR wurden Kommunist_innen durch ihre eigenen Genossinnen und Genossen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft als „Zionisten“, „westliche Spione“ und „Kosmopoliten“ diffamiert.
Mit der Veranstaltung sollen die Verschiedenen Aspekte des Antisemitismus in der Politik der SED, aber auch in der Bevölkerung vorgestellt und anhand von Thesen diskutiert werden. Es wird der Fragen nachgegangen: Wann und wo die Brüche lagen, bei denen autoritäre Parteipolitik revolutionäre, emanzipatorische Positionen ausschlossen und sich antisemitischer Rhetorik und Praxis bediente wurde?

Eine Veranstaltung des AstA der Uni Münster- Projektstelle Rassismuskritik,
in Zusammenarbeit mit der emanzipatorischen antifa münster
Mehr Infos – auch zu den anderen Terminen – unter:
http://interventionenms.blogsport.de/ oder
http://www.facebook.com/interventionenms

Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus, Termine abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.