Münster: Farbbeutelanschläge auf Ausländerbehörde und Polizeihochschule

Der Juli wurde in Münster direkt zweimal genutzt, um Institutionen zu markieren, die bereits durch ihre Existenz einer freien, emanzipatorischen Gesellschaft im Wege stehen. Mitte Juli wurde die Polizeihochschule in Hiltrup von „Autonomen Anarchisten“ angegangen (wir haben leider die Erklärung nicht online gefunden), Ende Juli folgte die Ausländerbehörde, die von der „Antifa Action MS“ mit roter Farbe attackiert wurde (Erkläungsschreiben siehe unten).

Zur Polizeihochschule:

Die Polizeihochschule wurde anscheinend angegriffen, da sich die Staatsanwaltschaft auch gegen das ausdrückliche Urteil des Oberlandesgerichts Hamm weigert, gegen einen Polizisten zu ermitteln, der beim Naziaufmarsch 2012 einen Demonstranten fast tot geprügelt hatte. (wir berichteten) Auch wenn der Pressesprecher der Polizeihochschule Norbert Reckers keinerlei Verbindung zwischen seiner Institution und dem Ausüben von Polizeigewalt sehen kann, stellen wir diesen Zusammenhang doch problemlos fest. Die Polizeihochschule bildet seit Jahren diejenigen aus, die später für genau solche Prügeleinsätze verantwortlich sind. Dabei holen sie sich auch immer wieder „Experten“ aus Gegenden, die gerade mit Aufständen zu tun hatten, wie beispielsweise aus Kopenhagen, wo es nach der Räumung des Undomshuset tagelang zu Straßenschlachten gekommen war. Auch vor der Zusammenarbeit mit Polzeichefs aus Diktaturen schreckt die Polizeihochschule nicht zurück.

Zur Ausländerbehörde:

Die Ausländerbehörde in Münster ist sicher nicht die Schlechteste in der Gegend. Doch „nicht die Schlechteste“ heißt noch lange nicht gut. Sie ist verantwortlich für den rassistischen Umgang mit Menschen, die zu ihnen müssen und sie ist verantwortlich für die Abschiebung von Menschen. Insbesondere die Abschiebung einer iranischen Familie nach Italien, 7 Tage bevor sie in Deutschland hätte Asyl beantragen können, war anscheinend aktueller Anlass. Dass mitten in der Nacht die Polizei in ein Haus stürmt, dort Menschen herauszerrt und abschiebt, ist unerträglich. Und dafür ist auch die Ausländerbehörde verantwortlich zu machen und folgerichtig eine Zielscheibe direkter Aktionen.

Wir freuen uns

Wir waren hilflos und wütend als 2012 ein Demonstrant bei den Protesten schwer verletzt wurde. Wir waren hilflos und wütend, als die Familie Moslemabadi abgeschoben wurde. Deswegen freuen wir uns umso mehr, dass jetzt Menschen zumindest mit kleinen farblichen Akzenten gegen diese Scheiße protestieren. Weiter so!

Die Erklärung von „Antifa Action MS“.

„In der Nacht zum 23. Juli haben wir die Ausländerbehörde in Münster mit Farbeiern beworfen. Unser symbolischer Angriff auf diese Institution, begründet sich durch den täglichen rassistischen Umgang mit Menschen die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, den täglichen Abschiebungen und der sozialen Kontrolle, die durch diese Institution ausgeübt wird. Besonders zynisch finden wir die dort angebrachte Werbung „Münster sei Gastfreundlich“ während gleichzeitig unerwünschte Personen abgeschobenen werden. Nur einen Tag vor unserer Aktion wurde eine iranische Familie mitten in der Nacht von der Ausländerbehörde und den Bullen abgeholt und abgeschoben.

Solidarische Grüße auch an die Aktivist*innen aus Osnabrück, die schon mehrere Abschiebungen verhindern konnten! Ihr seid super!

Das Problem heißt Rassimus! Abschiebungen verhindern! Kein Mensch ist illegal!

 ANTIFA ACTION MS“

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