Grußwort an die Genoss*innen in Köln

Unser Grußwort an die Genoss*innen in Köln, welches wir auf der Demo am 12.03. verlesen haben.

Liebe Genoss*innen hier in Köln,

wir mussten ebenso wie ihr miterleben, mit welcher Geschwindigkeit Anfang des Jahres rassistische Hetze im Gewand eines Pseudofeminismus flächendeckend rausgekotzt wurde – vermeintlich legitimiert durch die Ereignisse in der Silvesternacht. Ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Betroffenen wütet der deutsche oft männliche Mob in alter Tradition zur Rettung der Ehre der deutschen Frau. Wohlgemerkt ihrer Ehre, ihre körperliche und psychische Integrität ist weniger von Belang. Schließlich hat es vorher auch kaum jemanden interessiert dass laut WHO jede dritte Frau in der EU schon einmal körperliche oder sexuelle Übergriffe erleben musste – in vielen Fällen durch den eigenen Partner. Es interessiert den deutschen Mob in ihrem geheuchelten feministischen Gerede auch nicht, dass Tausende Frauen auf der Flucht gefoltert und vergewaltigt werden, oder mit Sex ihre Flucht bezahlen müssen, weil es keine legalen Fluchtwege nach Europa gibt. Im Gegenteil, es wird nach noch mehr Abschottung geschrien und die Häuser, in denen Schutzsuchende nach ihrem Martyrium zur Ruhe kommen sollten, werden belagert, attackiert und angezündet. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Zahl der rassistischen Morde wieder steigt. Aber wenn die Ehre der deutschen Frau gerettet werden muss, müssen die Menschenrechte flüchtender Frauen schonmal über Bord geworfen werden.

Wir könnten kotzen! Wir könnten kotzen, wenn mal wieder vor allem Männer sich aufspielen als die vermeintlichen Kämpfer für Frauen und ihre Rechte um in Wirklichkeit doch nur ihre patriarchale und rassistische Scheiße zu verbreiten.

Auch in Münster haben wir immer wieder mit diesem Problem zu kämpfen. Schon nächsten Samstag wollen wieder Abtreibungsgegner*innen, betend und mit weißen Holzkreuzen bewaffnet, durch die Innenstadt ziehen. Sie betreiben damit massive Lobbyarbeit gegen Schwangerschaftsabbrüche, Rechte von Homosexuellen und Aufklärungsarbeit. Bezeichnenderweise unter dem Label “europrolife”. Dass sie Gehör finden und von einigen etablierten Stellen sogar ernst genommen werden, brauchen wir euch nicht zu erklären. Wir halten sie für gefährlich und wir halten es für notwendig, dass wir unsere erkämpften Rechte gegen sie verteidigen und uns eine emanzipatorische Perspektive aufbauen.
Wir rufen euch daher dazu auf, mit uns gemeinsam nächsten Samstag in Münster gegen fundamentalistische Christ*innen und für ein selbstbestimmtes Leben in einer herrschaftsfreien Welt auf die Straße zu gehen!

Und jetzt wünschen wir uns allen noch eine gute und kämpferische Demo.
Dankeschön

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