Oury Jalloh – Das war MORD! Kundgebung am 07. Januar 2016

17.30 Uhr Stadthaus I (Klemenstraße), Münster

Auch elf Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh in einer Polizeizelle fordern wir die vollständige Aufklärung der Todesumstände. Vieles spricht dafür, dass es ein rassistischer Mord war, der von deutschen Polizeibeamt_innen begangen wurde. Schluss mit der Vertuschung! Schluss mit rassistischer Polizeigewalt!

Infos zum Fall Oury Jalloh
initiativeouryjalloh.wordpress.com

Oury Jalloh – ein Geflüchteter, der mit einer Duldung in Deutschland lebte – verbrannte am 7. Januar 2005 in Zelle 5 des Polizeireviers Dessau bei lebendigem Leib. Er war an Armen und Beinen auf einer feuerfesten Matratze gefesselt. Polizei und Justiz behaupten dennoch, er habe sich selbst mit einem Feuerzeug in Brand gesteckt. Dabei wird diese Version durch zahlreiche Fakten widerlegt.

Die bisherigen Ermittlungen und zwei Gerichtsverfahren waren geprägt von Beweismitteln, die zahlreich verschwanden, und von Polizeibeamt_innen, die sich als Zeug_innen nicht erinnern konnten oder wollten oder die sich gegenseitig deckten, sich absprachen und logen. Gericht und Staatsanwaltschaft weigerten sich, überhaupt in eine andere Richtung, als Oury Jalloh habe sich selbst angezündet, ermitteln zu lassen. Schließlich wurde 2012 lediglich der verantwortliche Dienstleiter Andreas S. zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verurteilt. Er wurde verurteilt, weil er die Zelle nicht ausreichend überwachen ließ und den Feueralarm ignorierte und sogar ausschaltete.

Wir fordern weitere Aufklärung, denn es bleiben zu viele offene Fragen, Ungereimtheiten, Lügen und verschwundene Beweismittel. Rätsel gibt z.B. ein plötzlich aufgetauchtes Feuerzeug auf, mit dem Oury Jalloh sich angezündet haben soll. Dieses wurde aber weder bei der vorherigen Personendurchsuchung, noch nach dem Brand am Tatort gefunden und es haften ihm keinerlei Spuren von Oury Jalloh oder dem Tatort an. Ebenfalls ist die Selbstentzündungs-Hypothese nicht mit dem starken Brand in der Zelle in Einklang zu bringen. Ein unabhängiges Gutachten von internationalen Expert_innen der Brandforensik, Toxologie und medizinischer Forensik kommt daher im Oktober 2015 zu dem Schluss, dass es „wahrscheinlicher sei, dass eine dritte Person das Feuer entzündet hat – entweder durch Zerstörung und unmittelbare Entzündung der Matratze an verschiedenen Stellen oder unter Verwendung von Brandbeschleuniger“.

Der Tod von Oury Jalloh ist ein Skandal. Dass staatliche Behörden sich weigern, den Fall aufzuklären ist ebenfalls ein Skandal. Wir werden keine Ruhe geben!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar