Keine städtische Bezuschussung des Katholikentags 2018 in Münster!

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) möchte im Mai 2018 den Katholikantag – oder eher die Katholikentage – in Münster durchführen und hat dafür von der Stadt 1,5 Mio Euro beantragt. Der Rat der Stadt Münster wird am kommenden Mittwoch darüber entscheiden.

11tes Gebot

Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen

Auch in der traditionell durch und durch katholischen Stadt Münster gilt jedoch, dass Staat und Kirche getrennt sein sollten und die massive Subventionierung einer einzelnen Glaubensrichtung nicht stattfinden darf. Selbst wenn Oberbürgermeister Lewe, als ehemaliger Angestellter des Bistums Münster von dieser Art der Steuergeldverschwendung begeistert scheint.

Mal ganz davon abgesehen, dass Religion eine Privatangelegenheit ist und die 5 Tage dauernde Belagerung einer ganzen Stadt zur öffentlichen Glaubens- und Moralvorstellungsdarstellung an sich schon eine Zumutung für alle Konfessionslosen und Anders-Konfessionellen darstellt, ist die Finanzierung des Spektakels auch überhaupt nicht notwendig.

Die Finanzierung kann ohne Probleme vom Bistum Münster getragen werden. Das ZdK argumentiert zwar, dass der Katholikentag eine Laienveranstaltung und keine offizielle kirchliche Veranstaltung sei, doch auf der Homepage des ZdK steht, dass es „die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit [vertritt]“ und „Anregungen für das apostolische Wirken der Kirche und der Katholiken in der Gesellschaft [gibt]“. Wenn es dies tut, kann es auch von der eigenen Kirche Geld für die Selbstbeweihräucherung verlangen.

Und das Bistum Münster hat genug Geld. Trotz hoher Austrittszahlen steigen die Kirchensteuereinnahmen, allein für das Jahr 2014 beträgt der Überschuss der katholischen Kirche in Münster 2 Mio Euro, die zur Bildung von Rücklagen genutzt werden. Laut des Pressesprechers des Bistums sind diese mittlerweile in Höhe von 410 Mio Euro vorhanden. Dieses Jahr hat das Bistum Münster zudem durch die Auflösung des Münsterschen Studienfond 120 Mio Euro in Form von Bar- und Grundvermögen erhalten. Mit einem solchen Finanzvolumen eine Stadt, die fast 800 Mio Euro Schulden hat um Geld zu bitten, erscheint frech. Zumal Münster durch so eine Veranstaltung sowieso schon erhöhte Ausgaben haben wird: Durch zusätzlich anfallende Entsorgungskosten, erhöhtes Polizeiaufgebot, kostenlos zur Verfügung gestellte städtische Objekte zur Unterbringung und Durchführung der Veranstaltungen etc.

Nicht nur die Stadt Münster soll das Event bezahlen. Beantragt sind zudem Gelder von Bund und dem Land NRW. Damit sollen alle Steuerzahlenden über drei Wege eine einseitige konfessionelle Veranstaltung finanzieren. Dieser Akt ist ähnlich verfassungskonform wie die Finanzierung von Parteitagen.

Seit einiger Zeit gibt es zunehmenden Widerspruch und Widerstand gegen die staatliche Finanzierung konfessioneller Veranstaltungen, vor allem in dieser Höhe. Auch in Münster ist jetzt eine Gruppe unter dem Motto „11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen“ unterwegs. Unter anderem soll vom 3.-5. November die von Künstler*innen aus Leipzig erstellte Mosesfigur mit dem Aufdruck eben dieses Gebots durch die Stadt ziehen.

Am Mittwoch, den 5.11., findet die Ratssitzung statt, die über die Finanzierung des Katholikentags entscheiden soll. Alle die die Finanzierung ablehnen sind dazu aufgerufen gemeinsam mit der Künstler*innengruppe ab 16:30 Uhr das 11. Gebot vor dem Rathaus zu verkünden.

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